Angreifer zielen selten auf Server, sondern auf Menschen: eine eilige Mail, ein Anruf vom angeblichen Chef, ein QR-Code auf einem Brief. Die gute Nachricht: Mit ein paar Gewohnheiten wird jedes Teammitglied zur zuverlässigen Sicherheitsschicht. Diese zwölf Tricks kannst du so an dein Team weitergeben.
Bei E-Mails
1. Erst zeigen, dann klicken
Fahr mit der Maus über einen Link, bevor du klickst – unten im Browser erscheint die echte Zieladresse. Am Handy den Link lange gedrückt halten. Passt die Adresse nicht zum Absender, nicht klicken.
2. Die Absenderadresse ganz lesen
Der angezeigte Name kann alles sein. Entscheidend ist die Adresse dahinter. Achte auf vertauschte Buchstaben wie „rn“ statt „m“ oder fremde Endungen.
3. Druck ist ein Warnsignal
„Sofort“, „letzte Mahnung“, „Konto wird gesperrt“: Zeitdruck soll dich am Nachdenken hindern. Je eiliger eine Mail, desto genauer schauen.
4. Anhänge nur, wenn du sie erwartest
Rechnungen, Lieferscheine und Bewerbungen sind beliebte Tarnungen. Kommt ein Anhang unerwartet, frag beim Absender auf einem anderen Weg nach. Makros in Office-Dateien nie aktivieren.
Bei Geld und Zugangsdaten
5. Zahlungsänderung = Rückruf
Ein Lieferant meldet eine neue Kontonummer? Der Chef will eine dringende Überweisung? Immer zurückrufen – aber unter der Nummer, die du bereits kennst, nicht unter der aus der Mail. Diese eine Regel verhindert die teuersten Betrugsfälle.
6. Unerwartete MFA-Anfrage? Ablehnen.
Wenn dein Handy eine Anmeldung bestätigen will, die du nicht gestartet hast, hat jemand dein Passwort. Ablehnen, nicht genervt bestätigen, und sofort melden.
7. Passwörter gehören in den Passwort-Manager
Nicht auf Post-its, nicht in Excel, nicht in WhatsApp. Und nie dasselbe Passwort zweimal. Wie das im Betrieb funktioniert: Passwortmanagement.
Im Alltag
8. Bildschirm sperren beim Aufstehen
Windows-Taste + L am PC, Control + Command + Q am Mac. Zwei Sekunden, die verhindern, dass jemand an deinem Rechner sitzt.
9. QR-Codes nicht blind scannen
Gefälschte QR-Codes auf Briefen, Parkautomaten oder Aufklebern führen auf Phishing-Seiten. Prüf vor dem Öffnen die angezeigte Adresse.
10. Fremde USB-Sticks nicht anstecken
Ein gefundener Stick kann Schadsoftware enthalten. Abgeben, nicht ausprobieren.
11. Updates nicht wegklicken
„Später erinnern“ ist bequem, aber jedes verschobene Update lässt eine bekannte Lücke offen. Am Ende des Arbeitstags neu starten.
12. Lieber einmal zu viel melden
Wer auf etwas Verdächtiges geklickt hat, meldet es sofort – ohne Angst vor Ärger. Die ersten Minuten entscheiden, ob aus einem Klick ein Vorfall wird. Chefs: Bedankt euch für jede Meldung.
Merksatz fürs Team: Prüfen, zurückrufen, melden. Wer diese drei Schritte im Kopf hat, ist schwer zu täuschen.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich mein Team schulen?
Lieber kurz und regelmäßig als einmal lang. Zehn Minuten mit aktuellen Beispielen alle zwei bis drei Monate wirken besser als eine jährliche Pflichtschulung. Mehr über unseren Phishing-Schutz.
Was tun, wenn jemand bereits Zugangsdaten eingegeben hat?
Sofort das Passwort ändern, alle Sitzungen abmelden lassen und die IT informieren. Welche weiteren Anzeichen auf einen Angriff hindeuten, liest du in Anzeichen eines Hackerangriffs.